Pop-up und Meet the Designer mit Rieke Common von Maison Common
Manche Besuche fühlen sich vom ersten Moment an wie ein Wiedersehen an. Als Rieke Common am 9. und 10. Oktober mit ihrem Label Maison Common zu Gast bei Schnitzler war, lag genau dieses Gefühl in der Luft. Unter dem Motto „Vive la France“ verwandelte sich die Pop-Up-Fläche im Modehaus am Prinzipalmarkt in eine kleine französische Modewelt: Macaron-Knöpfe, Prints der Pariser Künstlerin Nathalie Lété, Herzen, Farbe, Lebensfreude. Und mittendrin eine Münsteranerin, die nach Hause gekommen war.
„Das ist wie ein Homecoming. Hier bin ich aufgewachsen, hier hat der Wunsch angefangen, Modedesignerin zu werden – und Schnitzler war dabei ein wichtiges Haus. Dass meine Kollektion jetzt tatsächlich hier hängt: Das ist Full Circle“, sagte Rieke Common beim Meet the Designer im Gespräch mit Andreas Weitkamp. Viele ihrer Freundinnen waren gekommen, andere hörten im Instagram-Live-Video zu. Und schnell wurde klar, wie tief ihre Wurzeln am Prinzipalmarkt reichen: „Mit meinem Opa bin ich immer zu Schnitzler gegangen. So bin ich an die Mode herangeführt worden.“ Die Kleider, von denen sie als Mädchen träumte, gab es damals nur für Erwachsene. Also suchte sie die Modelle in Zeitschriften aus, kaufte mit ihrer Mutter die Stoffe – und die Mutter nähte. Bis sie eines Tages sagte: „So, nächstes Jahr aber mal selber.“
Von dort führte der Weg über Bernd Berger, wo Rieke Common von der Praktikantin zur Chefdesignerin wurde, nach New York zu Oscar de la Renta. Dort fing sie noch einmal bei null an – aus Überzeugung: „Das ist ja nicht Ihr Problem, das ist mein Problem.“ Über Rena Lange in München kam schließlich der Moment für das eigene Label. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, dass Männer mir sagen, wie es geht. Ich hatte genug gelernt, genug gehört und gesehen – und wusste: Ich kriege das hin.“ Von New York ist viel geblieben: „Die Amerikaner sehen etwas, finden es toll – und dann ist egal, was es kostet oder welche Marke es ist. Sie wollen gesehen werden, sie wollen auffallen. Für unsere Mode ist das das perfekte Publikum.“
Genau dafür steht Maison Common: Happy Luxury. „Luxus wird oft mit Cashmere und gedeckten Farben verbunden. Aber es gibt Frauen, die Luxus möchten – nur eben in Farbe. Sie wollen fröhlicher aussehen, gesehen werden und sich gut fühlen.“ Andreas Weitkamp teilt diese Haltung: „Das Bekenntnis zu Luxus verbunden mit Happiness ist etwas ganz besonderes an Maison Common.“
Wie viel Liebe in jedem Teil steckt, zeigte sich, als Rieke Common von ihren Stoffen erzählte. „Die richtig guten Webereien in Biella und Como kenne ich seit fast 30 Jahren – die Großmutter, den Großvater, die Enkel.“ Und wenn sie noch einmal 200 Meter braucht, heißt es dort: „Rieke, du kriegst den Stoff.“ Jedes Dessin entwickelt sie selbst: „Ich sage: Ich möchte hier rote Herzen mit blauem Silber drin haben.“ Ihr Lieblingsteil der Kollektion ist dann auch der Blazer mit Herzchen, gewebt von einem traditionsreichen Haus in Paris: „Das ist auch eine meiner Lieblingsfirmen. Und die haben das für mich gemacht.“ Für Andreas Weitkamp schließt sich hier der Kreis: „Was ich so liebe: Selbst in dieser Kette – vom Stoffdesign bis zum fertigen Teil – zählt das Zwischenmenschliche. Das liegt uns genauso am Herzen. Es fängt auf der Stoffmesse an, hat eine Zwischenstation am Prinzipalmarkt, und alles liegt auf einer Werteebene.“
Auf die Frage, wie wichtig ihr Unabhängigkeit sei, kam die Antwort ohne Zögern: „Unabhängigkeit ist das A und O. Keiner quatscht dir rein, und wenn du Fehler machst, sind es deine Fehler. Für mich ist es das Tollste auf der Welt, dass ich machen kann, was ich möchte – und was ich denke, was für euch gut ist.“ Am Ende des Gesprächs wandte sich Andreas Weitkamp sehr persönlich an Schnitzlers Gästin: „Es ist wunderschön, dass es Menschen in dieser Branche gibt wie dich: die ihr Ding machen, ihren Weg gehen und in der großen Welt trotzdem so geerdet sind. Wir lieben es, mit Marken zu arbeiten, bei denen das Herz für das, was sie tun, genauso tickt wie bei uns. Du bist das Paradebeispiel dafür.“
Impressionen
Ein herzliches Dankeschön gilt Rieke Common für so viel Offenheit, Humor und Herz, allen Freundinnen, Kundinnen und Gäst:innen, die vorbeigekommen sind oder im Video zugehört haben, und dem gesamten Schnitzler-Team. Das Wochenende ist vorbei, die Farbe bleibt: Maison Common ist weiterhin fester Bestandteil des Sortiments bei Schnitzler am Prinzipalmarkt.